Dating 101: Warum Dating mit Intention wichtig ist
Gastbeitrag von Hannah
Warum es so wichtig ist, zu wissen, was man will
Jedes Mal, wenn eine Freundin mir von einem Dating-Fiasko erzählt, höre ich dieselben Probleme: „Ich habe das Gefühl, er meint es nicht ernst mit mir“, „Ich weiß nicht, ob er wirklich eine feste Beziehung will“, „Ich weiß einfach nicht, woran ich bei ihm bin.“ Wenn ich dann genauer nachfrage, stelle ich oft fest, dass die gesamte Situation von Anfang an schiefgelaufen ist. Die Intentionen beider Seiten waren unklar. Und genau das führt am Ende oft zu großer Enttäuschung und Herzschmerz.
Diese immer wiederkehrenden Erfahrungen haben mich dazu veranlasst, meine Gedanken zu diesem Thema in einem Beitrag zu teilen. Selbstverständlich basieren die in diesem Artikel geäußerten Ansichten ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen und Meinungen.
Inhalt dieses Beitrags:
Was bedeutet es, mit Intention zu daten?
Warum ist Dating mit Intention so wichtig?
Welche Herausforderungen gibt es?
Wie setze ich das um, wenn ich jemanden kennenlerne?
Gilt das nur für monogame, klassische Beziehungen?
Fazit
Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf meinen Erfahrungen als Frau, die hauptsächlich Männer gedatet hat. Die Prinzipien und Tipps, die ich teile, sind jedoch universell und gelten für alle Geschlechter und Beziehungskonstellationen.
Was bedeutet es, mit Intention zu daten?
Mit Intention zu daten bedeutet, von Anfang an bewusst und transparent in eine potenzielle Beziehung zu gehen. Das heißt, dass du dir genau darüber im Klaren bist, was du von der anderen Person möchtest – sei es eine ernsthafte Beziehung, eine Freundschaft oder etwas anderes – und diese Erwartungen offen kommunizierst. Statt dein Dating-Leben dem Zufall zu überlassen und darauf zu hoffen, dass sich alles von selbst ergibt, gestaltest du es gezielt und aktiv. Auf diese Weise vermeidest du Missverständnisse, unnötigen Herzschmerz und legst den Grundstein für eine gesunde, erfüllende zwischenmenschliche Beziehung.
Was ist Dating ohne Intention?
Ein klassisches Beispiel für Dating ohne Intention sieht so aus: Du lernst jemanden kennen, findest die Person attraktiv, und ihr verbringt viel Zeit miteinander. Nach mehreren Monaten stellst du jedoch fest, dass die Person nicht bereit ist, die Erwartungen einer monogamen, festen Beziehung zu erfüllen. Das führt auf beiden Seiten zu Herzschmerz, weil ihr beide davon ausgegangen seid, auf der gleichen Wellenlänge zu sein. Tatsächlich habt ihr jedoch nie offen darüber gesprochen, was ihr euch von dieser Beziehung erhofft.
Warum ist Dating mit Intention so wichtig?
Von Anfang an klare Absichten zu haben, schafft Vertrauen und Sicherheit. Wenn beide wissen, was sie voneinander erwarten, könnt ihr den Rahmen eurer Beziehung – ganz gleich, wie er auch aussehen mag – nach euren Vorstellungen gestalten. Dadurch vermeidet ihr, Zeit und Energie in etwas zu investieren, das euch letztendlich nicht erfüllt. Wenn sich die Wege schließlich trennen, bleibt weniger Groll zurück und ihr könnt die Erfahrung positiv in Erinnerung behalten – oder sogar freundschaftlich miteinander umgehen.
Welche Herausforderungen gibt es?
Auch wenn du mit Intention datest, kann das leichter gesagt als getan sein. Viele Menschen stehen dabei vor folgenden Herausforderungen:
1. Ehrlich mit sich selbst sein
Meistens ist es gar nicht so einfach, zu entscheiden, was man wirklich will. Und selbst wenn man sich entschieden hat, kann sich das jederzeit wieder ändern. Wichtig ist, dass man wirklich ehrlich zu sich selbst ist, damit man das dem anderen auch richtig vermitteln kann.
2. Gesellschaftliche Erwartungen hinter sich lassen
Wenn ich mit anderen über das Thema Dating mit Intention spreche, höre ich häufig Kommentare wie:
„Ist das nicht zu viel auf einmal?“,
„Du kennst die andere Person doch noch gar nicht“ oder
„Ich könnte das nicht.“
Diese Reaktionen spiegeln oft gesellschaftliche Normen wider, die durch soziale Medien, traditionelle Rollenbilder und kulturelle Erwartungen geprägt sind. Der Gedanke, frühzeitig über langfristige Themen wie Kinder oder den gemeinsamen Lebensstil zu sprechen, wird von vielen als unmodern oder zu klassisch empfunden – fast so, als würde man ein Drehbuch für das perfekte Kennenlernen schreiben wollen. Doch warum gelten solche Gespräche als „zu schnell“? Vielleicht, weil sie uns daran erinnern, dass Beziehungen nicht nur aus Momenten bestehen, sondern auch von Zukunftsplänen getragen werden.
Dabei gibt es keine universelle Anleitung, wie man eine Beziehung „richtig“ startet. Viel wichtiger ist, dass du deine eigenen Werte und Absichten kennst und sie offen kommunizierst. Es mag für manche ungewöhnlich erscheinen, so früh über solche Themen zu sprechen, aber gerade diese Klarheit hilft, Missverständnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass beide Partner auf einer gemeinsamen Basis starten können. Beziehungen sind so individuell wie die Menschen, die sie führen – und genau das macht sie zeitlos und einzigartig.
3. Angst vor Zurückweisung überwinden
Ein besonders häufiger Grund für unklare Absichten ist die Angst, zu verlieren, was man hat. Die Angst vor Zurückweisung, die Angst, die andere Person wird einen nicht verstehen. Sei dir bewusst: Klar zu kommunizieren und Daten mit Intention erfordert sehr viel Mut. Es wird unweigerlich Zurückweisungen geben, und manche Menschen werden sich entscheiden, die Beziehung nicht weiterzuführen, weil sie nicht den eigenen Erwartungen entspricht.
Diese Art der Offenheit ist jedoch entscheidend und nicht egoistisch. Sie ermöglicht es der anderen Person, zu entscheiden, ob die Beziehung ihren Wünschen entspricht. Und diejenigen, die bleiben, sind diejenigen, die wirklich zu dir passen.
Wie setze ich das um, wenn ich jemanden kennenlerne?
1. Herausfinden, was du wirklich willst
Werde dir bewusst, welche Wünsche und Bedürfnisse du momentan hast. Überlege dir, ob du nur an einer sexuellen Beziehung, einer Freundschaft Plus, exklusivem Dating oder an einem festen Partner, eventuell sogar an einem zukünftigen Ehepartner und Familiengründung interessiert bist. Mach dir keine zu großen Sorgen, wenn du dich im Moment für eine bestimmte Richtung entscheidest – es ist vollkommen in Ordnung, deine Vorstellungen später anzupassen, falls sich deine Bedürfnisse oder Prioritäten ändern.
2. Klar kommunizieren
Wenn du eine längere Kennenlernphase mit jemandem eingehst, ist es wichtig, deine Intentionen frühzeitig zu klären. Ein guter Zeitpunkt für dieses Gespräch ist oft das zweite Date. Beim ersten Date geht es meist darum, herauszufinden, ob die andere Person für dich attraktiv ist und ob es eine grundlegende Verbindung gibt. Beim zweiten Date hast du dann die Gelegenheit, deine Absichten klarzustellen.
Hier eine kleine Anekdote aus meinem eigenen Dating-Leben:
Bei einem zweiten Date mit einem Mann, den ich flüchtig kannte, hatte ich nach einigen belastenden persönlichen Problemen noch nicht den Wunsch, mich exklusiv auf jemanden einzulassen. Nach zwei Gläschen Wein sagte ich direkt – vielleicht nicht auf die eleganteste Art, aber ehrlich: „Du bist nicht der Einzige, den ich date.“ (Bitte nicht nachmachen; es gibt definitiv freundlichere Wege, solche Dinge zu kommunizieren.) Mein Gegenüber nutzte die Gelegenheit, um mir seine Wünsche mitzuteilen und machte deutlich, dass er sich eine exklusive Beziehung wünschte.
3. Grenzen setzen
Das Thema Grenzen setzen lässt sich gut durch mein Beispiel oben illustrieren. Nachdem er seine Wünsche geäußert hatte, erklärte ich meinem Date ehrlich, dass ich noch nicht bereit für eine exklusive Beziehung sei. Ich bat um etwas Bedenkzeit. Wir vereinbarten einen Zeitrahmen, in dem ich mir über meine Gefühle klar werden konnte. Einige Wochen später merkte ich, dass ich für eine exklusive Beziehung mit ihm bereit war. Daraus entwickelte sich eine mehrjährige, erfüllte Partnerschaft.
Es ist wichtig, klare und deutliche Grenzen zu setzen – sei es in Bezug auf bestimmte Zeiträume oder auf das, was für dich akzeptabel ist oder nicht. Kompromisse sind in Beziehungen wichtig, aber sie sollten nicht auf Kosten deiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse gehen. Setze deine Grenzen klar, um sicherzustellen, dass deine persönlichen Bedürfnisse respektiert werden und du dich in der Beziehung wohlfühlst.
4. Offen und flexibel bleiben
Wie das Beispiel zeigt, können sich Gefühle und Situationen schnell ändern – manchmal sogar von heute auf morgen. Es ist wichtig, nicht starr an deiner ursprünglichen Meinung festzuhalten, sondern offen für Veränderungen in deinen Gefühlen zu sein und diese auch klar zu kommunizieren. Wenn du zu Beginn zum Beispiel nur an einer sexuellen Beziehung interessiert warst, aber später feststellst, dass du doch mehr möchtest, ist es entscheidend, das offen auszusprechen. Genauso ist es wichtig, wenn sich deine Wünsche ändern. Etwa wenn du anfangs eine Beziehung wolltest, aber feststellst, dass du eigentlich nur deine sexuellen Bedürfnisse erfüllen möchtest. Das bedeutet, ehrlich zu dir selbst und zu deinem Gegenüber zu sein, selbst wenn das unangenehm sein kann.
Jedoch solltest du nicht wie ein Fähnchen im Wind jedem Impuls folgen. Es ist wichtig, sich nicht nur von Emotionen leiten zu lassen, sondern sich Zeit zu nehmen, um seine Gefühle und Wünsche gründlich zu überdenken. Vermeide es, impulsiv auf Ängste wie Commitment-Phobien oder Verlustängste zu reagieren. Stattdessen solltest du dir bewusst Zeit nehmen, um klare Entscheidungen zu treffen, die wirklich mit deinen langfristigen Wünschen und Bedürfnissen übereinstimmen.
Gilt das nur für monogame, klassische Beziehungen?
Dating mit Intention ist nicht nur bei monogamen, klassischen Beziehungen wichtig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst bei Dingen wie ich will nur guten Sex nach einer Trennung – also einen Rebound-Partner – klare und offene Absichten zu einer positiven Erfahrung führen können.
Ich habe einmal einen Mann kennengelernt, der sich gerne als mein Rebound-Partner zur Verfügung gestellt hat, weil er ebenfalls nicht in der Situation war, eine monogame, klassische Beziehung zu wollen. Wir kommunizierten offen über unsere Erwartungen und Bedürfnisse. Nach einigen Monaten endete unsere Beziehung, aber wir gingen beide mit positiven Erinnerungen aus der Erfahrung heraus. Ich erinnere mich noch an unser letztes Treffen, bei dem wir uns beide nur das Beste für die Zukunft wünschten.
Fazit: Dating mit Intention – immer wichtig!
Dating mit Intention ist nicht nur für monogame, klassische Beziehungen von Bedeutung. Auch bei lockeren Bekanntschaften, oder unkonventionellen Beziehungen wie zum Beispiel Polyamorie können klare und offene Absichten eine positive und erfüllende Erfahrung ermöglichen. Das schafft Vertrauen und Sicherheit, reduziert emotionale Belastungen und ermöglicht es beiden Partnern, ihre Beziehung nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Letztlich bedeutet Dating mit Intention, dass du dir im Klaren darüber bist, was du willst, und bereit bist, dies ehrlich zu kommunizieren. Auch wenn dies manchmal herausfordernd sein kann, ist es der Schlüssel zu gesunden und erfüllenden Beziehungen. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn sich deine Wünsche und Bedürfnisse ändern. Wichtig ist, dass du offen und ehrlich bleibst und die Zeit nimmst, deine Gefühle gründlich zu überdenken.
Die Menschen, die bei dir bleiben, werden auch in schwierigen Zeiten zu dir stehen und du wirst mit weniger Groll und mehr positiven Erinnerungen aus der Erfahrung herausgehen.
Dating mit Intention – FAQ
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Mit Intention zu daten bedeutet, bewusst und transparent über deine Erwartungen und Ziele in einer potenziellen Beziehung zu kommunizieren, um Missverständnisse und Herzschmerz zu vermeiden.
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Klare Intentionen beim Dating schaffen Vertrauen und Sicherheit, ermöglichen eine gezielte Beziehungsgestaltung und verhindern unnötige emotionale Belastungen.
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Herausforderungen beim Dating mit Intention können Unsicherheiten über eigene Wünsche, gesellschaftliche Erwartungen und die Angst vor Zurückweisung umfassen.
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Um intentional zu daten, solltest du dir über deine eigenen Bedürfnisse klarwerden, diese offen kommunizieren und deine Grenzen klar setzen.
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Nein, Dating mit Intention ist für alle Beziehungskonstellationen wichtig, einschließlich lockerer Bekanntschaften und unkonventioneller Beziehungen wie Polyamorie.